Sechs Antworten für OHA!
Bitte stellen Sie sich und Ihr Unternehmen kurz vor.
Eine Welt, die vollständig auf grüne Energie setzt – an dieser Vision arbeiten wir bei der Orsted Onshore Deutschland GmbH in Regensburg. Seit über 30 Jahren realisieren und betreiben wir in enger Zusammenarbeit mit Kommunen, Bürger*innen, Forstbetrieben und Flächeneigentümer*innen Wind-, Solarparks und Batteriespeicher in ganz Deutschland. Wir sind eine Tochtergesellschaft des dänischen Konzerns Ørsted, einem der nachhaltigsten Energieunternehmen der Welt. Dank unserer langjährigen Erfahrung haben wir in Deutschland bereits über 70 Windparks mit mehr als 400 Windenergieanlagen sowie zahlreiche Solarparks errichtet.
Unsere Wind- und Solarparks verteilen sich auf Bundesländer in Nord, Süd, West und Ost, durch unsere lokale Verwurzelung richten wir unseren Fokus aber stark auf Süddeutschland. Im Raum Regensburg betreiben wir beispielsweise den Wald-Windpark Schiederhof nahe Straubing sowie die Solarparks Altenschwand und Amberg Süd. Damit versorgen wir tausende Haushalte mit nachhaltiger Energie und zeigen dank umfassenden Kommunal- und Bürgerbeteiligungsmöglichkeiten, dass insbesondere Bürger*innen und Gemeinden von der dezentralen Stromerzeugung profitieren.
Was war Ihre Motivation, OHA! beizutreten?
Wir sind bereits seit der Gründung unseres Vorgängerunternehmens OSTWIND im Jahr 1992 in Regensburg beheimatet. Ein zentraler Erfolgsfaktor unserer Unternehmensgeschichte war stets der Austausch und die Zusammenarbeit mit Menschen und Organisationen in der Region, die das Ziel einer grünen Energiezukunft teilen. Als langjährige Experten des Ausbaus der erneuerbaren Energien war und ist es uns dabei ein besonderes Anliegen, unser Know-how zu teilen – um die Energiewende zu einem Gewinn für alle zu machen: sozial, ökologisch und regional. Und hierfür bietet die OHA!-Initiative einen optimalen Rahmen. Zudem begeistert uns, dass die OHA!-Initiator*innen und -Mitglieder ein klares Zeichen setzen: Nachhaltigkeitsmaßnahmen können regional und von Unternehmen jeder Größenordnung umgesetzt werden– denn jeder Schritt zählt!
Beschreiben Sie Ihren ökologischen Fußabdruck. Wo sehen Sie Handlungsbedarf?
Unser dänischer Mutterkonzern Ørsted hat sich bereits seit einigen Jahren als echter Vorreiter im Bereich Dekarbonisierung positioniert. Unser übergeordnetes Ziel ist es, bis 2040 in unserer gesamten Wertschöpfungskette (Scope 1 bis 3) Netto-Null-Emissionen zu erreichen – ein Ziel, das von der Science Based Targets Initiative (SBTi) bestätigt wurde. Dabei richten uns stets nach wissenschaftlichen Erkenntnissen. Ein wichtiger Zwischenschritt: Bis 2025 werden wir unsere Emissionen um 98 Prozent gegenüber 2006 reduziert haben.
In mehr als 30 Jahren Branchenerfahrung haben wir gelernt, dass ein aktives Handeln in konkreten Nachhaltigkeitsmaßnahmen sowie der enge Austausch mit Fachstellen und -expert*innen entscheidend ist, um echte Fortschritte zu erzielen. Unser Wind- und Solarprojekte bauen wir nur nach der Durchführung umfassender unabhängiger Gutachten und unter Einhaltung aller gesetzlichen Vorgaben. Doch nichtsdestotrotz verbrauchen wir lokale Flächen. Hierfür setzen wir vor Ort Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen um, wie etwa Aufforstungen, Heckenbepflanzungen und den Bau von Insektenhotels. So minimieren wir den Eingriff in die lokalen Ökosysteme.
Wo sehen Sie Handlungsmöglichkeiten?
Wir wollen uns in Bezug auf Nachhaltigkeit und die angesprochenen Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen in Wind- und Solarprojekten stetig verbessern. Ørsteds Ambition ist es, dass alle Erneuerbaren-Projekte spätestens ab 2030 mit einer positiven Netto-Auswirkung auf die Biodiversität in Betrieb gehen. Das bedeutet, dass wir während der Laufzeit unserer Projekte nicht nur alle Auswirkungen auf die Natur vermeiden, minimieren und kompensieren, sondern auch aktiv zur Wiederherstellung und Verbesserung von Ökosystemen beitragen.
Ein weiteres großes Handlungsfeld sehen wir im Bereich der regionalen Strombelieferung durch so genannte Power Purchase Agreements (PPA). Durch solche Stromlieferverträge können (kommunale) Unternehmen langfristig direkt mit regional produziertem Grünstrom aus unseren Wind- und Solarparks beliefert werden. Im Dezember 2024 haben wir ein solches PPA mit der SWW Wunsiedel GmbH geschlossen.
Mit Blick auf unser Handeln innerhalb des Unternehmens spielen unsere Mitarbeitenden eine zentrale Rolle: Wo immer es möglich ist, unterstützen wir sie dabei, das Fahrrad oder öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen und aktiv Nachhaltigkeitsmaßnahmen vorzuschlagen. In 2024 hat sich unser Regensburger Team beispielsweise am World Cleanup Day beteiligt. Darüber hinaus werden wir bis 2025 100 Prozent unserer Fahrzeuge elektrifizieren. Zudem nutzen wir ausschließlich Ökostrom und arbeiten kontinuierlich an der Optimierung von Initiativen zur Energieeffizienz.
Wie kann OHA! Sie dabei unterstützen und was wollen Sie bei OHA! tun?
Als Mitglied der OHA! wollen mit allen Beteiligten in den aktiven Austausch treten und Synergien schaffen: Wo bestehen Überschneidungen, wo können wir von anderen Mitgliedern lernen und wo können wir Wissen zu den Themen Nachhaltigkeit und Klimaschutz weitergeben? Zudem liegt uns am Herzen, das Thema Energiewende und die Vorteile einer dezentralen und lokalen Energieerzeugung in der Bevölkerung anschaulich darzustellen und weiter aufzuklären. Und hier wirkt die Kraft eines gemeinsamen Verbunds wie der OHA-Initiative: Denn gemeinsam können wir mehr Menschen erreichen!
Wo zwischen ökologischem Paradies und Weltuntergang sehen Sie Ihre Region und deren Wirtschaft in fünfzig Jahren?
Der Ausbau der erneuerbaren Energien hat in Deutschland in den letzten Jahren an Fahrt aufgenommen – auch der ostbayerische Raum leistet mit seiner wachsenden Anzahl an Wind- und Solarparks einen wichtigen Beitrag. Entscheidend ist, dieses Ausbautempo beizubehalten und weiter zu beschleunigen. Zudem müssen die Stromnetze konsequent ausgebaut und mehr und mehr Speichermöglichkeiten geschaffen werden. Denn nur so können die relativ geringen Stromerzeugungskosten von erneuerbaren Energien möglichst umfassend an die Endverbraucher*innen und die Industrie weitergegeben werden. Wenn uns dies gelingt, kommen wir der Klimaneutralität Deutschland einen großen Schritt näher.

Stefan Bachmaier, Geschäftsführer
Orsted Onshore Deutschland GmbH