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Sechs Antworten für OHA!

Bitte stellen Sie sich und Ihr Unternehmen kurz vor.  
Mein Name ist Harald Hillebrand, ich bin Geschäftsführer der Kommunale Energie Regensburger Land eG – kurz KERL eG. KERL ist eine kommunal getragene Energiegenossenschaft für Stadt und Landkreis Regensburg. Unser Ziel ist es, die regionale Energiewende konkret umzusetzen: durch die Konzeption, Planung, Errichtung und den Betrieb von Anlagen zur Erzeugung regenerativer Energien, durch Beteiligungen an solchen Anlagen sowie durch Information und Beratung rund um erneuerbare Energie.
Wir verstehen uns als Plattform, über die unsere Kommunen gemeinsam handeln können – wirtschaftlich tragfähig, regional verankert und mit Blick auf langfristige Versorgungssicherheit vertreten wir 43 Kommunen und 350.000 Bürgerinnen und Bürger.

Was hat Sie motiviert der OHA! beizutreten?  
OHA! verbindet Unternehmen und Institutionen, die Nachhaltigkeit nicht nur abstrakt diskutieren, sondern praktisch umsetzen möchten. Genau dieser pragmatische Ansatz passt zu KERL. Die Energiewende gelingt nicht allein durch große Strategiepapiere, sondern durch viele konkrete Projekte vor Ort: Photovoltaik, Windkraft, Wärmeversorgung, Speicherlösungen, Energieeffizienz und regionale Kooperation. Wir möchten Teil eines Netzwerks sein, das Klimaschutz sichtbar, verständlich und umsetzbar macht.

Kennen Sie den ökologischen Fußabdruck und die ökologische Bilanz Ihres Unternehmens?  
Als Energiegenossenschaft liegt unser größter Hebel weniger im klassischen Büro- oder Verwaltungsbetrieb, sondern in den Projekten, die wir ermöglichen und begleiten. Eine vollständig bilanzierte ökologische Gesamtbilanz von KERL liegt aktuell noch nicht im Sinne einer umfassenden CO₂-Bilanz vor.
Gleichzeitig ist unser Unternehmenszweck unmittelbar auf Klimaschutz und erneuerbare Energien ausgerichtet. Wir werden künftig noch stärker sichtbar machen, welchen Beitrag unsere Projekte zur CO₂-Vermeidung, regionalen Energieerzeugung und Versorgungssicherheit leisten.

In welchen Bereichen Ihres Unternehmens sehen Sie (noch) Potenziale für mehr Nachhaltigkeit und was planen Sie in naher Zukunft umzusetzen?  
Potenziale sehen wir vor allem in drei Bereichen: Erstens im weiteren Ausbau erneuerbarer Energieprojekte in der Region, insbesondere Photovoltaik, Windkraft und Wärme. Zweitens in der systematischeren Darstellung der ökologischen Wirkung unserer Projekte, etwa durch nachvollziehbare Kennzahlen zu erzeugter erneuerbarer Energie und vermiedenen Emissionen. Drittens in der stärkeren Vernetzung kommunaler Partner, damit Projekte schneller, professioneller und gemeinschaftlich umgesetzt werden können.
In naher Zukunft geht es für KERL darum, konkrete Projektentwicklungen weiter voranzubringen und die kommunale Energiewende organisatorisch und wirtschaftlich belastbar aufzustellen.

Wie kann die OHA! Sie dabei unterstützen und was möchten Sie selbst in die Initiative einbringen? 
OHA! kann uns unterstützen, indem das Netzwerk gute Beispiele sichtbar macht, Kontakte ermöglicht und den Austausch mit Unternehmen, Kommunen und weiteren Akteuren fördert. Besonders wertvoll ist für uns der Blick über die eigene Branche hinaus: Welche Lösungen funktionieren in anderen Organisationen? Welche Kooperationen können entstehen? Wie lässt sich Nachhaltigkeit verständlich kommunizieren?
Einbringen möchten wir unsere Erfahrung aus kommunaler Energiewirtschaft, Projektentwicklung und regionaler Zusammenarbeit. KERL kann zeigen, wie Kommunen gemeinsam Verantwortung übernehmen und Energiewende vor Ort praktisch organisieren können.

Welche Visionen haben Sie für die Zukunft unserer Region und ihrer Wirtschaft – zum Beispiel in fünfzig Jahren? 
Unsere Vision ist eine Region, die einen großen Teil ihrer Energie selbst erzeugt, intelligent nutzt und die Wertschöpfung vor Ort hält. In fünfzig Jahren sollten erneuerbare Energien, Wärmeversorgung, Speicher, Netze und Mobilität so zusammenspielen, dass Klimaschutz, Versorgungssicherheit und wirtschaftliche Stärke harmonieren.
Stadt und Landkreis Regensburg können dabei Vorbildregion sein: kommunal getragen, bürgernah, wirtschaftlich solide und technologisch offen. Entscheidend ist, dass wir heute die Projekte beginnen, von denen die nächste Generation profitiert.

Dipl.-Ing.(FH) Harald Hillebrand
Geschäftsführer, KERL Projekt GmbH